Meine Beiträge

Am 27.12.2019 besuchte uns ein Team des MDR. Es ging um die geringe Kapazität an Kurzzeitpflegeplätzen. Der nachfolgende Link führt zum Beitrag. Wir wünschen allen einen guten Start ins neue Jahr!

 

 

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-369258.html

 

Es gibt eine berühmte Fernsehserie, deren Handlung in einem Krankenhaus in den USA spielt. In dieser Serie geht es um das Leben der Ärzte des Krankenhauses und von dieser Serie stammt auch ein Zitat welches mir seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf geht: "Das Karussell hält niemals an. Wir können nicht runter." (von Ellis Grey, Grey's Anatomy). Warum geht mir dieses Zitat nicht mehr aus dem Kopf?! Ich glaube das liegt daran, dass wir hier täglich mit Geschichten in Kontakt kommen, die uns so berühren dass wir sie nicht einfach so zur Seite legen können. Da ist zum Beispiel ein Kollege dem es nicht so gut geht und dem man gerne helfen möchte aber das nur in einem bestimmten Rahmen kann. Oder ein Mädchen, welches kaum in der Lage ist das Praktikum zu absolvieren weil es zu Hause so viele Probleme hat das alles andere in den Hintergrund tritt. Dann sind da Pflegegäste mit ihren Angehörigen, deren Geschichte berührt einen und man möchte das scheinbar Beste für alle Beteiligten erreichen und muss doch gleichzeitig erkennen dass man hier das Recht auf Selbstbestimmung zu respektieren hat - auch wenn es den weiteren Weg noch erschwert und nicht erleichtert.  Worauf ich aber eigentlich hinaus will: das Leben hält nicht an, wir können nicht einfach auf Stopp drücken. Auch wenn wir gerne möchten. Wir können nicht dem Tag mehr Stunden geben um noch schnell einen Fehler wieder gut zu machen. Wir können ihm auch nicht mehr Stunden geben um einen besonders schönen Tag noch länger genießen zu können. Wir müssen im Hier und Jetzt leben und das Beste daraus machen, auch wenn manchmal einfach alles ganz großer Mist ist. Denn wir wissen nicht wie unser Weg weiter geht. Wir haben keine Ahnung ob wir morgen aufwachen, den Tag beginnen und uns dann ein Ereignis aus unserem gewohnten Leben wirft. Und das ist auch gut so, denn so können wir unbeschwert unser Leben führen. Und doch sollten wir mehr Demut an den Tag legen und dankbar sein für das was wir haben. Zufrieden sein mit dem was uns geschenkt wurde und wir als selbstverständlich hinnehmen. Ich bin keine gläubige Person und trotzdem ist es mir wichtig in der Adventszeit den Blick auf die Dinge zu lenken die wir immer haben und deshalb oft als selbstverständlich hinnehmen. Und wir sollten uns Zeit nehmen. Zeit für uns selbst, für unsere Familie und Freunde. Aber auch Zeit für die Menschen die einfach mal ein offenes Ohr brauchen. Zuhören hilft ungemein, dass merke ich hier auf Arbeit so oft. Und wenn man merkt jemand hat ein Problem dann schaut bitte nicht weg, sondern bietet Hilfe an - sofern ihr das wollt und könnt. Schenkt nicht immer Geld, Gutscheine oder wer weiß was. Manchmal ist es ein viel größeres Geschenk wenn man sich mit jemanden unterhält oder gemeinsam etwas unternimmt.  

Ursprünglich war ich im Handel tätig. Meine Ausbildung absolvierte ich in einem Großunternehmen und wurde dort zeitig auf die Rolle der Führungskraft vorbereitet. Gegen Ende der Ausbildung lernte ich die Chefin kennen (wir kennen uns zwar schon seit 25 Jahren aber diese neue Verbindung war für uns beide spannend, da wir nicht wissen ob es funktioniert) und so habe ich die Ausbildung abgeschlossen und habe dann hier angefangen. Ich bin ein Mensch, der Regeln befolgt und erwartet dass meine Mitmenschen das auch tun. Leider bringt mich dies oft an den "Rande des Wahnsinns". Nicht nur zu Hause bei der Erziehung des Kindes sondern viel mehr auf Arbeit. Die Chefin tröstet mich dann immer, dass es ihr ebenso gehe. Dabei meinen wir es auch nicht böse. Denn die Verantwortung tragen wir. Und deshalb ist es wichtig, dass man über alles spricht. So können schon kleinen Bemerkungen den Tag positiv oder negativ beeinflussen. Für mich ist es manchmal schwer als Führungskraft wahr genommen zu werden. Ich bin ja erst 25 Jahre alt, für viele zu jung und dann habe ich ja diese besondere Verbindung zur Chefin, wo einige vielleicht denken ich habe einen "Die-darf-dass-Schein". Das habe ich aber nicht. Ich muss genau so arbeiten wie jeder andere auch. Und ich mache das gern. An erster Stelle kommt für mich das Wohl unserer Pflegegäste, an zweiter das unserer Mitarbeiter und dann kommen all die Regeln und Normen an die unsere Einrichtung gebunden ist. Denn ja, wir sind ein privat geführtes Unternehmen aber auch wir müssen uns an Vorgaben halten, die uns der Gesetzgeber, Pflegekassen und andere vorgeben. Und das ist gut so! Genau so gibt es in unserem Unternehmen interne Richtlinien an die man sich halten muss. Oftmals könnte man Konflikte vermeiden, wenn man offen miteinander sprechen würde. Denn Kommunikation ist sehr wichtig. Das habe ich auch letztens bei unseren Praktikanten festgestellt. So hatten wir einen Praktikanten und dieser wurde auf Grund fehlender Leistung vom Personal als ungenügend befunden. Als ich mir das Problem näher ansah und ein Gespräch mit dem Praktikanten führte, stellte ich fest, dass dieser extrem schüchtern und verschlossen war. Auch hatte er in vorhergehenden Praktikas noch nicht so viel Erfahrung sammeln können. Wir vereinbarten, dass er das Folgepraktikum wieder bei uns absolviert. Zum Ende des Praktikums haben wir ihn mit gut bewertet, denn er hat eine schöne Entwicklung gezeigt. Der Umgang mit den Pflegegästen war tadellos, auch ins Team hatte er sich sehr gut integriert. Er wurde von allen geschätzt und wir freuen uns schon auf die nächste Zusammenarbeit. Was ich damit sagen möchte: Der Chef schimpft nicht ohne Grund und es macht ihm auch keinen Spaß. Manchmal sind kleine Ermahnungen notwendig, wenn uns die Versuchung des Allltags zu falschen Entscheidungen verleiten will. Und man sollte immer miteinander sprechen, denn so lassen sich viele Dinge schnell lösen bevor es zum Konflikt kommt.

PS: Die Pflegekasse hat sich immer noch nicht zur Bearbeitung unserer Anträge gemeldet.

Gestern fand in Dresden ein Konzert von einer sehr bekannten deutschen Band statt. Leider hatte ich keine Karten, schaute mir aber heute früh im Internet einige Ausschnitte des Konzertes an. Und dachte dann, ich könnte ja meinen Beitrag fortsetzen: Vor einigen Wochen schrieb ich über die Antragsstellung für die zusätzlichen 13000 Stellen die das Personalpflegestärkungsgesetz schaffen soll. Bis heute haben wir keine Antwort auf unsere Anträge erhalten. Das wundert mich nicht, denn wenn man sich mit verschiedenen Menschen unterhält hört man, dass  für die Bearbeitung der Anträge nur 4 Personen zur Verfügung stehen. Man hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass so viele Einrichtungen dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen. Für uns als Einrichtung ist diese lange Bearbeitungszeit natürlich schwierig. Wir haben mit unseren Mitarbeitern gesprochen und 4 davon sind bereit ihre Arbeitszeit aufzustocken. Nur kann ich das erst tun, wenn die Refinanzierung dieser zusätzlichen Kosten gesichert ist. Und das wird bestimmt noch dauern. leider erreicht man bei der zuständigen Kasse niemanden. Das liegt bestimmt auch am erhöhten Frageaufkommen. Ich denke die Politik hat sich die ganze Sache zu einfach gedacht. Auch wird diese Maßnahme nicht die Probleme der Pflege lösen. Denn der Arbeitslohn ist nicht allein ausschlaggebend. Was hilft es einer Pflegekraft wenn sie viel verdient, aber aufgrund des Personalmangels so oft eingesetzt werden muss dass sie körperlich und mental ausgelaugt ist?! Erst diese Woche hatte ich wieder den Fall, dass sich die Angehörigen über die anfallenden Kosten in unserer Kurzzeitpflege empört gezeigt haben. Ich möchte bemerken, dass wir preislich im Mittelfeld liegen und meiner Meinung nach im Rahmen sind. Wenn ich dann noch wage zu erwähnen das wir im nächsten Jahr wieder mit den Pflegekassen die Preise verhandeln wollen kann ich im Gesicht meines Gegenübers erkennen, dass dies nicht in seinem Interesse ist. Natürlich betonen die Angehörigen dann wieder wie wichtig es ist, dass unsere Mitarbeiter gut entlohnt werden und auch mehr verdienen sollen. Aber die Kosten dafür wollen sie wahrscheinlich nicht tragen. Leider ist es aber in Deutschland so, dass eine Erhöhung des Lohnes unserer Pflegekräfte zu höheren Pflegesätzen führt. Und das hat die Folge, dass man in der Kurzzeitpflege wie auch in der Tagespflege weniger Tage auf Kosten der Pflegekasse bleiben kann. So steigt der Eigenanteil für unsere Pflegegäste. Auch bin ich immer wieder überrascht, wie falsch die Kosten für die Pflege eingeschätzt werden. Gute Pflege ist wichtig, wir wollen dass unsere Senioren gut gepflegt werden und das Personal gut entlohnt wird -  Aber! - Das darf bitte nichts kosten. Manchmal möchte man einfach nur schreiend im Kreis rennen auch wenn man weiß das einem nichts bringt.  Ich frage mich oft warum so ein wichtiges Thema immer wieder in der Versenkung landet. Warum wird hier keine Lösung gefunden, die dazu animiert in der Pflege zu arbeiten und die Pflegebedürftigen finanziell entlastet. Es werden Themen in der Politik diskutiert, wo ich mich frage warum man nicht erstmal die Probleme angehen kann die weitaus schneller gelöst werden könnten als internationale Probleme die eine Zusammenarbeit von vielen Ländern erfordert.  Auch dieses debattieren über Probleme regt mich auf! Auch im privaten Leben bringt es mir nichts, wenn ich Wochen zur Diskussion eines Problems und eventuellen Lösungen verbringe. Ich muss es anpacken und einen Weg finden der das Problem löst, auch wenn es unangenehm ist. Und nicht immer wieder Umwege und Ausreden suchen um die Lösung hinauszuzögern.

Ach und übrigens zum Thema Personalmangel: Wir suchen für unsere Kurzzeitpflege ab sofort eine Pflegekraft (m/w/d) für 30 Stunden/ Woche. Als Pflegekraft unterstützen Sie die diensthabende Pflegefachkraft in der Früh- oder Spätschicht. In unserer Kurzzeitpflege haben wir Platz für 14 Pflegegäste, das bedeutet unsere Mitarbeiter können sich die Zeit für die Pflege am Menschen nehmen.   Wenn Sie auf der Suche sind nach einem fröhlichen Team und einer Leitung die sich für ihre Mitarbeiter stark macht und an die Rettung der Pflegesituation glaubt dann bewerben Sie sich bitte bei uns!

 

Die Pflegekräfte in unserer Einrichtung arbeiten im Früh- und Spätdienst. Unser Team freut sich auf Deine Bewerbung!