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Im November 1996 gründete die Chefin den Pflegedienst Illing. Von jetzt auf gleich hatte sie nicht nur ein Kleinkind von fast drei Jahren sondern auch noch ein zweites "Baby" den Pflegedienst. In den darauf folgenden Jahren kamen neben 2 weiteren Kindern, Haushalt, Garten und Katze am 1. August 2016 auch noch das Hutznhaisl, welches die Tages- und Kurzzeitpflege beherbergt, dazu. Und wie das so mit Kindern ist werden sie größer und entwickeln sich weiter. Nicht nur die menschlichen - nein, auch das Unternehmen hat sich weiter entwickelt. Heute, am  1. September 2020, ist ein besonderer Tag. Denn heute beginnt zum ersten Mal die Ausbildung zum/ zur Pflegefachmann, -frau (m w d). Wir konnten 2 Auszubildende dafür gewinnen, mit denen wir diesen Weg gemeinsam gehen dürfen. Und ich freue mich auf drei spannende Jahre mit all ihren Höhen und Tiefen die sie für uns bereit halten. Noch etwas anderes besonderes steht in diesem Monat an: wir sind zum ersten Mal auf der Ausbildungsmesse in der Silberlandhalle Annaberg vertreten. Keiner kann sich vorstellen, welche Freude das in mir auslöst. Wer hätte gedacht das wir einmal daran teilnehmen werden? Wie viel Fleiß und Kraft stecken in dem Weg dahin?! Und gerade in diesem besonderem Jahr freue ich mich besonders darüber, dass diese Messe stattfinden kann (hoffentlich bleibt es so). Denn Corona hat uns alle Kraft gekostet, es war für keinen einfach. Aber wir müssen auch zugeben, dass wir großes Glück hatten und von vielen verschont wurden. Und wenn ich mir eines für die Zukunft wünschen darf, dann ist es dieses Unternehmen weiter mit aller Kraft zu unterstützen, damit es weiter wächst und gedeiht. 

Und noch etwas haben wir in diesem Jahr erreicht: ab 2020 dürfen wir in unserer Einrichtung den Beruf "Kaufleute im Gesundheitswesen" ausbilden, auch darüber freue ich mich sehr!

 

Eigentlich freue ich mich nach meinem Urlaub immer wieder sehr auf die Arbeit. Doch am Sonntag fiel mir dann ein, dass ich ja mit der Chefin allein in der unteren Etage bin. Die Tagespflege ist seit 23.03.2020 geschlossen. Zum einen ist das ok, denn man hofft so das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Aber es ist auch sehr einsam und bedrückend. Wie oft war ich genervt von der Lautstärke den die Tagespflege verursacht (es gibt baulich nicht die Möglichkeit die Tür zu schließen). Wie oft habe ich mir an manchen Tagen einen ruhigen Raum gewünscht um in Ruhe arbeiten zu können. Und wie sehr vermisse ich jetzt nicht nur die Kollegen, sondern auch die Tagespflegegäste. Sie alle haben meinen Arbeitsalltag bereichert. Ich vermisse die Zeitungsschau, die erzgebirgischen Lieder und das Lachen der Pflegegäste und Mitarbeiter. Jetzt ist es hier oftmals ganz still. Und nicht nur hier ist es still. Überall ist eine gedrückte Stimmung wie als wartet man auf etwas und man weiß nicht wann es kommt. Vieles hat sich im Alltag verändert. Vor zwei Wochen noch habe ich mein Kind beim Bringen in den Kindergarten selbst die Winterjacke ausgezogen und die Schuhe getauscht, ihn zum Gruppenzimmer gebracht und mich dann verabschiedet. Heute klingele ich an der Tür, verabschiede mich und übergebe ihn der Erzieherin. Ich bin natürlich dankbar für die Notbetreuung - keine Frage, aber ich denke auch viel darüber nach was diese Coronakrise mit uns Menschen macht. Schon allein die Schulkinder die ihre Aufgaben zu Hause mit den Eltern erledigen, das ersetzt doch keinen Unterricht! Und will man dann nach der Krise einfach wieder zur Normalität übergehen? Wie als wäre nichts gewesen? Das kann ich mir nicht vorstellen! Jedes Kind hat doch zu Hause andere Dinge die das Erledigen der Aufgaben beeinflusst. Auch der Alltag auf Arbeit ist verändert. Eigentlich würden wir uns jetzt auf die Belegung im Sommer konzentrieren und vorbereiten, doch im Moment weiß ja niemand wann wir alle zur Normalität zurückkehren. Und so sind die Beschaffung von Desinfektionsmittel und Schutzkleidung für mich in den Vordergrund gerückt. Auch wenn der Erfolg hier eher gering ist. Und ich weiß auch das es Bereiche und auch einzelne Menschen gibt die schlimmer von der Krise betroffen sind als wir.  Ich hoffe einfach, dass die kommende Zeit schnell vorbei geht und wir alle sie gut überstehen. Ich freue mich auf jeden Fall schon heute ganz sehr auf den Tag wo unsere Tagespflege wieder mit Leben gefüllt wird. 

 

Am 27.12.2019 besuchte uns ein Team des MDR. Es ging um die geringe Kapazität an Kurzzeitpflegeplätzen. Der nachfolgende Link führt zum Beitrag. Wir wünschen allen einen guten Start ins neue Jahr!

 

 

https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-369258.html

 

Es gibt eine berühmte Fernsehserie, deren Handlung in einem Krankenhaus in den USA spielt. In dieser Serie geht es um das Leben der Ärzte des Krankenhauses und von dieser Serie stammt auch ein Zitat welches mir seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf geht: "Das Karussell hält niemals an. Wir können nicht runter." (von Ellis Grey, Grey's Anatomy). Warum geht mir dieses Zitat nicht mehr aus dem Kopf?! Ich glaube das liegt daran, dass wir hier täglich mit Geschichten in Kontakt kommen, die uns so berühren dass wir sie nicht einfach so zur Seite legen können. Da ist zum Beispiel ein Kollege dem es nicht so gut geht und dem man gerne helfen möchte aber das nur in einem bestimmten Rahmen kann. Oder ein Mädchen, welches kaum in der Lage ist das Praktikum zu absolvieren weil es zu Hause so viele Probleme hat das alles andere in den Hintergrund tritt. Dann sind da Pflegegäste mit ihren Angehörigen, deren Geschichte berührt einen und man möchte das scheinbar Beste für alle Beteiligten erreichen und muss doch gleichzeitig erkennen dass man hier das Recht auf Selbstbestimmung zu respektieren hat - auch wenn es den weiteren Weg noch erschwert und nicht erleichtert.  Worauf ich aber eigentlich hinaus will: das Leben hält nicht an, wir können nicht einfach auf Stopp drücken. Auch wenn wir gerne möchten. Wir können nicht dem Tag mehr Stunden geben um noch schnell einen Fehler wieder gut zu machen. Wir können ihm auch nicht mehr Stunden geben um einen besonders schönen Tag noch länger genießen zu können. Wir müssen im Hier und Jetzt leben und das Beste daraus machen, auch wenn manchmal einfach alles ganz großer Mist ist. Denn wir wissen nicht wie unser Weg weiter geht. Wir haben keine Ahnung ob wir morgen aufwachen, den Tag beginnen und uns dann ein Ereignis aus unserem gewohnten Leben wirft. Und das ist auch gut so, denn so können wir unbeschwert unser Leben führen. Und doch sollten wir mehr Demut an den Tag legen und dankbar sein für das was wir haben. Zufrieden sein mit dem was uns geschenkt wurde und wir als selbstverständlich hinnehmen. Ich bin keine gläubige Person und trotzdem ist es mir wichtig in der Adventszeit den Blick auf die Dinge zu lenken die wir immer haben und deshalb oft als selbstverständlich hinnehmen. Und wir sollten uns Zeit nehmen. Zeit für uns selbst, für unsere Familie und Freunde. Aber auch Zeit für die Menschen die einfach mal ein offenes Ohr brauchen. Zuhören hilft ungemein, dass merke ich hier auf Arbeit so oft. Und wenn man merkt jemand hat ein Problem dann schaut bitte nicht weg, sondern bietet Hilfe an - sofern ihr das wollt und könnt. Schenkt nicht immer Geld, Gutscheine oder wer weiß was. Manchmal ist es ein viel größeres Geschenk wenn man sich mit jemanden unterhält oder gemeinsam etwas unternimmt.  

Ursprünglich war ich im Handel tätig. Meine Ausbildung absolvierte ich in einem Großunternehmen und wurde dort zeitig auf die Rolle der Führungskraft vorbereitet. Gegen Ende der Ausbildung lernte ich die Chefin kennen (wir kennen uns zwar schon seit 25 Jahren aber diese neue Verbindung war für uns beide spannend, da wir nicht wissen ob es funktioniert) und so habe ich die Ausbildung abgeschlossen und habe dann hier angefangen. Ich bin ein Mensch, der Regeln befolgt und erwartet dass meine Mitmenschen das auch tun. Leider bringt mich dies oft an den "Rande des Wahnsinns". Nicht nur zu Hause bei der Erziehung des Kindes sondern viel mehr auf Arbeit. Die Chefin tröstet mich dann immer, dass es ihr ebenso gehe. Dabei meinen wir es auch nicht böse. Denn die Verantwortung tragen wir. Und deshalb ist es wichtig, dass man über alles spricht. So können schon kleinen Bemerkungen den Tag positiv oder negativ beeinflussen. Für mich ist es manchmal schwer als Führungskraft wahr genommen zu werden. Ich bin ja erst 25 Jahre alt, für viele zu jung und dann habe ich ja diese besondere Verbindung zur Chefin, wo einige vielleicht denken ich habe einen "Die-darf-dass-Schein". Das habe ich aber nicht. Ich muss genau so arbeiten wie jeder andere auch. Und ich mache das gern. An erster Stelle kommt für mich das Wohl unserer Pflegegäste, an zweiter das unserer Mitarbeiter und dann kommen all die Regeln und Normen an die unsere Einrichtung gebunden ist. Denn ja, wir sind ein privat geführtes Unternehmen aber auch wir müssen uns an Vorgaben halten, die uns der Gesetzgeber, Pflegekassen und andere vorgeben. Und das ist gut so! Genau so gibt es in unserem Unternehmen interne Richtlinien an die man sich halten muss. Oftmals könnte man Konflikte vermeiden, wenn man offen miteinander sprechen würde. Denn Kommunikation ist sehr wichtig. Das habe ich auch letztens bei unseren Praktikanten festgestellt. So hatten wir einen Praktikanten und dieser wurde auf Grund fehlender Leistung vom Personal als ungenügend befunden. Als ich mir das Problem näher ansah und ein Gespräch mit dem Praktikanten führte, stellte ich fest, dass dieser extrem schüchtern und verschlossen war. Auch hatte er in vorhergehenden Praktikas noch nicht so viel Erfahrung sammeln können. Wir vereinbarten, dass er das Folgepraktikum wieder bei uns absolviert. Zum Ende des Praktikums haben wir ihn mit gut bewertet, denn er hat eine schöne Entwicklung gezeigt. Der Umgang mit den Pflegegästen war tadellos, auch ins Team hatte er sich sehr gut integriert. Er wurde von allen geschätzt und wir freuen uns schon auf die nächste Zusammenarbeit. Was ich damit sagen möchte: Der Chef schimpft nicht ohne Grund und es macht ihm auch keinen Spaß. Manchmal sind kleine Ermahnungen notwendig, wenn uns die Versuchung des Allltags zu falschen Entscheidungen verleiten will. Und man sollte immer miteinander sprechen, denn so lassen sich viele Dinge schnell lösen bevor es zum Konflikt kommt.

PS: Die Pflegekasse hat sich immer noch nicht zur Bearbeitung unserer Anträge gemeldet.