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Die Pflegekräfte in unserer Einrichtung arbeiten im Früh- und Spätdienst. Unser Team freut sich auf Deine Bewerbung!

Schon lange wollte ich hier wieder einen Eintrag verfassen, oft habe ich mit dem Schreiben angefangen und dann wieder alles verworfen. Vieles geht einem zur Zeit durch den Kopf, der Grund warum ich heute wieder einen Eintrag schreibe hat auf den ersten Blick nichts mit dem Thema Pflege zu tun. Beim zweiten schon eher, es ist reine Interpreationssache. Vergangene Woche erschien die von vielen erwartete neue Single einer sehr erfolgreichen deutschen Band (Anmerkung: ich nenne keinen Namen, und  dieser Artikel ist keine Werbung, weder be- noch unbezahlt) :) . Auch ich und mein Mann haben diese Single mit Spannung erwartet und saßen vor dem Fernseher um uns das Video dazu anzuschauen. Ich musste mir von meinem Mann die Botschaft des doch sehr skurilen Videos erklären lassen und er interpretiert das so: In unserer Gesellschaft wird sich immer ein Thema gesucht und dieses wird von den Medien ausgeschlachtet bis die Politik etwas dazu sagt. Dann gerät dieses Thema wieder in Vergessenheit, aber wirkliche Maßnahmen werden nicht ergriffen. Das ist mir diese Woche wieder aufgefallen, wo ich die Anträge des neuen Personalpflegestärkungsgesetzes bearbeitete. Hier können wir eine halbe Stelle neu besetzen, das heißt ich kann eine neue Fachkraft in unserer Kurzzeitpflege einstellen. Und schon ging das Problem los, woher soll ich die nehmen? Es herrscht akuter Fachkräftemangel also brauche ich nicht Zeit und Geld in eine Suche investieren die keinen Erfolg haben wird. Aber auf dem Antrag war ein Hinweis zu finden, dass man auch die anderen Mitarbeiter mit den Stunden hochsetzen kann. "Super!" dachte ich mir und machte mich hoch motiviert ans Werk. Nach zwei Stunden war meine Laune auf dem Tiefpunkt und Zahlen konnte ich nicht mehr ersehen. Aber auch dafür gab es auf dem Merkblatt eine Lösung: "Kontaktieren Sie Uns!". Das tat ich dann auch und telefonierte 30 Minuten mit einer netten Dame die mir auch erklärte das die Bearbeitungszeit der Anträge sehr lange Dauern würde, weil das entsprechende Personal zur Bearbeitung fehle. Ironie des Schicksals, warum soll es den Kassen anders gehen als der Pflege?! Nur wir können unseren Patienten nicht sagen "Tut mir leid, ich kann Sie heute nicht duschen mir fehlen die Mitarbeiter!". Nach weiteren 2 Stunden konnte ich die Anträge unterschreiben und an die Pflegekasse senden. Leider löst das den Fachkräftemangel in der Pflege nicht. Denn es gibt zu wenig junge Menschen, die die Ausbildung antreten wollen. Das liegt einerseits an der schlechten Bezahlung und andererseits an dem schlechten Ruf des Pflegeberufes. Viele denken ja Pflege = Hintern abputzen. Zum Glück stimmt das nicht, aber woher soll man es denn wissen?! Aufgrund der schlechten Personalsituation und die damit verbundenen Arbeitsbedingungen hören auch viele Pflegekräfte auf in der Pflege zu arbeiten. Denn sie möchten mehr Geld für diese verantwortungsvolle Arbeit und sie möchten sich Zeit für die Pflegebedürftigen nehmen können. Man muss die Arbeit ja auch mit seinem Gewissen vereinbaren können und ich denke, dass das dem Personal in einigen Einrichtungen sehr schwer fällt. Und ich möchte keine Einrichtung kritisieren! Denn man hat es in Deutschland nicht leicht unter den aktuellen Bedingungen eine gute Pflege durchzuführen und zu gewährleisten. Natürlich bin ich froh, dass wir eine gute Personalsituation haben aber ich bin mir dessen bewusst, dass unsere Mitarbeiter älter werden. Und ich habe Angst vor der Zeit, wenn die Ersten in Rente gehen. Denn es ist schwer Auszubildende zu finden und es ist noch schwerer fertig ausgebildete Fachkräfte zu finden. Denn nicht nur bei uns werden die Mitarbeiter älter sondern auch in den anderen Einrichtungen. Und keiner nimmt sich diesem Problem an. Um noch eine Anmerkung hinzuzufügen für alle die sagen "Dann zahlt doch mehr Lohn!" : Natürlich können wir unseren Mitarbeitern mehr Lohn zahlen. Oft diskutieren die Chefin und ich über einen Haustarifvertrag für unsere Einrichtung. Das hätte zur Folge, dass die Pflegebedürftigen mehr zahlen müssen. Denn die Pflegekasse erhöht die Budgets der Pflegebedürftigen nicht, nur weil wir den Mitarbeitern den Lohn erhöhen. Ich möchte dann gern das Gesicht der Angehörigen sehen, wenn sie die Rechnung für den Eigenanteil in der Hand halten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese sich dann über die Lohnerhöhung der Pflegekräfte freuen.

Aber was rege ich mich überhaupt darüber auf?! Ich meine, die Politik hat ja was gemacht. Es wurden 13000 Stellen geschaffen und wenn diese dann von den zukünftigen Mitarbeitern angetreten werden wird alles gut!

 

... geht mir viel durch den Kopf. Das hat man bestimmt auch im Dezember gemerkt, als hier ein etwas längerer Beitrag zum Thema Weihnachten und Besinnlichkeit veröffentlicht wurde. Meine Chefin meinte man könne das ja jetzt jeden Monat machen, ähnlich wie Tagebuch führen. Ich kann aber nicht versprechen, dass es immer um das große Thema "Pflege" geht.

Am Sonntag vermeldete mein Handy eine eingegangene Nachricht "Gehts Dir gut?" fragte mich meine Nachbarin. "Ja, warum?" schrieb ich zurück. Aber mit der Antwort war die Frage noch nicht für mich erledigt. Lange dachte ich darüber nach warum man mich nach meinem Befinden fragt. Könnte da noch etwas anderes dahinter stecken? Tat es nicht, die Nachbarin wollte aus ehrlichem Interesse eine Antwort auf ihre Frage haben, weil wir uns auch schon länger nicht gesehen hätten. Viel zu selten hat man die Zeit mit einem lieben Menschen ein paar Minuten zu plaudern. Sich nach dem Befinden  zu erkundigen, zu hören was es Neues im Leben des Anderen gibt. Oft kommt man von der Arbeit nach Hause, erledigt zwei, drei Handgriffe im Haushalt, kümmert sich um die Nahrungsaufnahme der Familienmitglieder und dann muss man meistens schon ins Bett damit man am nächsten morgen den Wecker nicht überhört. Eigentlich ist das doch sehr schade, wenn der Tag nur aus Arbeit und Alltag besteht. Gestern war ich ca 90 Minuten mit dem Kind spazieren, habe die Nachbarn getroffen und wir sind noch eine Weile zusammen weiter gelaufen. Dabei konnte man sich gemütlich unterhalten. Natürlich blieb mir dann weniger Zeit für die Alltagsaufgaben aber gestört hat mich das nicht. Was ich eigentlich sagen möchte: Wir sollten uns mehr Zeit für uns selbst nehmen. Lasst den Haushalt auch mal liegen. Verlasst das Sofa und geht nach Draußen, das Sofa ist danach immer noch da, Versprochen! Erkundigt Euch nach dem Befinden von Menschen die Euch wichtig sind und plaudert mit Ihnen. Der Tag muss nicht nur aus Arbeit, Haushalt, Essen und schlafen bestehen. Man muss es nur selbst wollen!

 

 

... auch bei uns im Hutznhaisl ist Weihnachten geworden. Es duftet nach frisch gebackenen Plätzchen, das Radio spielt eine CD mit Weihnachtsliedern und das ganze Haus ist weihnachtlich geschmückt. Aber trotz der besinnlichen Adventszeit ist man selbst von der Besinnlichkeit noch weit entfernt. Da muss noch was bestellt werden, für den fehlt noch ein Geschenk und was essen wir am Heiligen Abend eigentlich? Ist für die Feiertage alles eingekauft? Fehlt noch etwas? Ich denke, so geht es jetzt vielen Leuten in der Vorweihnachtszeit. Aber zurück zur Besinnlichkeit, was heißt das eigentlich? Für mich persönlich heißt dass, sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen. Da setzt jeder andere Prioritäten. Ich denke aber für die Erzgebirger steht die Familie, neben der Heimat, an erster Stelle. Und so sollten wir uns alle in dieser Zeit  einen Moment nehmen für unsere Familie. Wir wisssen schließlich alle, dass die Zeit eines jeden Lebewesen auf der Erde begrenzt ist. Wer weiß, ob wir nächstes Weihnachten so miteinander verbringen dürfen?! Deshalb nehmen Sie sich Zeit für Ihre Lieben, aber auch für sich selbst. Gehen Sie spazieren, lesen ein gutes Buch oder setzen sich mit lieben Menschen zusammen und unterhalten Sie sich. Genießen Sie das gute Essen und die schönen Lichter am Abend! Und gehen Sie einmal in sich, seien Sie dankbar für die "kleinen Dinge" im Leben: für Ihre Gesundheit, für die lieben Menschen die Sie umgeben, für Ihre gemütliche Wohnung, für einen vollen Kühlschrank und für all die anderen Dinge. Natürlich, es könnte immer besser sein! Aber man muss auch daran denken es könnte uns schlechter gehen!

Wir haben in den letzten Tagen auf das vergangene Jahr zurück geblickt. Ja und was sollen wir sagen? Wir können zufrieden und dankbar sein. Dankbar für das Vertrauen, welches uns unsere Patienten und auch deren Angehörige Tag für Tag entgegenbringen. Dankbar für unsere tollen Mitarbeiter, ohne die das alles nicht möglich wäre! Aber auch dankbar, dass sich alle im Unternehmen guter Gesundheit erfreuen, denn das ist wirklich wichtig!

Oft wird man gefragt, was man sich für das neue Jahr vornimmt? Ich persönlich nehme mir vor, die kleinen Dinge mehr wertzuschätzen, denn das vergisst man im Alltag oft. Was wir uns als Unternehmen vornehmen? Die Frage ist einfach zu beantworten: Wir möchten auch 2019 unsere Patienten in hoher Qualität pflegen und auf das entgegengebrachte Vertrauen aufbauen. Wir möchten unseren Mitarbeitern weiterhin ein guter Arbeitgeber sein. Und wir möchten, dass sich alle die in unser Haus kommen wohl fühlen. Dass man sich zu Hause fühlt. Denn "Drham is Drham"...

 

In diesem Sinne wünschen wir all unseren Patienten und ihren Angehörigen, unseren Mitarbeitern und unseren Geschäftspartnern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

 

Anja Illing                                 und                           Tammy Brändl