Ursprünglich war ich im Handel tätig. Meine Ausbildung absolvierte ich in einem Großunternehmen und wurde dort zeitig auf die Rolle der Führungskraft vorbereitet. Gegen Ende der Ausbildung lernte ich die Chefin kennen (wir kennen uns zwar schon seit 25 Jahren aber diese neue Verbindung war für uns beide spannend, da wir nicht wissen ob es funktioniert) und so habe ich die Ausbildung abgeschlossen und habe dann hier angefangen. Ich bin ein Mensch, der Regeln befolgt und erwartet dass meine Mitmenschen das auch tun. Leider bringt mich dies oft an den "Rande des Wahnsinns". Nicht nur zu Hause bei der Erziehung des Kindes sondern viel mehr auf Arbeit. Die Chefin tröstet mich dann immer, dass es ihr ebenso gehe. Dabei meinen wir es auch nicht böse. Denn die Verantwortung tragen wir. Und deshalb ist es wichtig, dass man über alles spricht. So können schon kleinen Bemerkungen den Tag positiv oder negativ beeinflussen. Für mich ist es manchmal schwer als Führungskraft wahr genommen zu werden. Ich bin ja erst 25 Jahre alt, für viele zu jung und dann habe ich ja diese besondere Verbindung zur Chefin, wo einige vielleicht denken ich habe einen "Die-darf-dass-Schein". Das habe ich aber nicht. Ich muss genau so arbeiten wie jeder andere auch. Und ich mache das gern. An erster Stelle kommt für mich das Wohl unserer Pflegegäste, an zweiter das unserer Mitarbeiter und dann kommen all die Regeln und Normen an die unsere Einrichtung gebunden ist. Denn ja, wir sind ein privat geführtes Unternehmen aber auch wir müssen uns an Vorgaben halten, die uns der Gesetzgeber, Pflegekassen und andere vorgeben. Und das ist gut so! Genau so gibt es in unserem Unternehmen interne Richtlinien an die man sich halten muss. Oftmals könnte man Konflikte vermeiden, wenn man offen miteinander sprechen würde. Denn Kommunikation ist sehr wichtig. Das habe ich auch letztens bei unseren Praktikanten festgestellt. So hatten wir einen Praktikanten und dieser wurde auf Grund fehlender Leistung vom Personal als ungenügend befunden. Als ich mir das Problem näher ansah und ein Gespräch mit dem Praktikanten führte, stellte ich fest, dass dieser extrem schüchtern und verschlossen war. Auch hatte er in vorhergehenden Praktikas noch nicht so viel Erfahrung sammeln können. Wir vereinbarten, dass er das Folgepraktikum wieder bei uns absolviert. Zum Ende des Praktikums haben wir ihn mit gut bewertet, denn er hat eine schöne Entwicklung gezeigt. Der Umgang mit den Pflegegästen war tadellos, auch ins Team hatte er sich sehr gut integriert. Er wurde von allen geschätzt und wir freuen uns schon auf die nächste Zusammenarbeit. Was ich damit sagen möchte: Der Chef schimpft nicht ohne Grund und es macht ihm auch keinen Spaß. Manchmal sind kleine Ermahnungen notwendig, wenn uns die Versuchung des Allltags zu falschen Entscheidungen verleiten will. Und man sollte immer miteinander sprechen, denn so lassen sich viele Dinge schnell lösen bevor es zum Konflikt kommt.

PS: Die Pflegekasse hat sich immer noch nicht zur Bearbeitung unserer Anträge gemeldet.