Es gibt eine berühmte Fernsehserie, deren Handlung in einem Krankenhaus in den USA spielt. In dieser Serie geht es um das Leben der Ärzte des Krankenhauses und von dieser Serie stammt auch ein Zitat welches mir seit einiger Zeit nicht mehr aus dem Kopf geht: "Das Karussell hält niemals an. Wir können nicht runter." (von Ellis Grey, Grey's Anatomy). Warum geht mir dieses Zitat nicht mehr aus dem Kopf?! Ich glaube das liegt daran, dass wir hier täglich mit Geschichten in Kontakt kommen, die uns so berühren dass wir sie nicht einfach so zur Seite legen können. Da ist zum Beispiel ein Kollege dem es nicht so gut geht und dem man gerne helfen möchte aber das nur in einem bestimmten Rahmen kann. Oder ein Mädchen, welches kaum in der Lage ist das Praktikum zu absolvieren weil es zu Hause so viele Probleme hat das alles andere in den Hintergrund tritt. Dann sind da Pflegegäste mit ihren Angehörigen, deren Geschichte berührt einen und man möchte das scheinbar Beste für alle Beteiligten erreichen und muss doch gleichzeitig erkennen dass man hier das Recht auf Selbstbestimmung zu respektieren hat - auch wenn es den weiteren Weg noch erschwert und nicht erleichtert.  Worauf ich aber eigentlich hinaus will: das Leben hält nicht an, wir können nicht einfach auf Stopp drücken. Auch wenn wir gerne möchten. Wir können nicht dem Tag mehr Stunden geben um noch schnell einen Fehler wieder gut zu machen. Wir können ihm auch nicht mehr Stunden geben um einen besonders schönen Tag noch länger genießen zu können. Wir müssen im Hier und Jetzt leben und das Beste daraus machen, auch wenn manchmal einfach alles ganz großer Mist ist. Denn wir wissen nicht wie unser Weg weiter geht. Wir haben keine Ahnung ob wir morgen aufwachen, den Tag beginnen und uns dann ein Ereignis aus unserem gewohnten Leben wirft. Und das ist auch gut so, denn so können wir unbeschwert unser Leben führen. Und doch sollten wir mehr Demut an den Tag legen und dankbar sein für das was wir haben. Zufrieden sein mit dem was uns geschenkt wurde und wir als selbstverständlich hinnehmen. Ich bin keine gläubige Person und trotzdem ist es mir wichtig in der Adventszeit den Blick auf die Dinge zu lenken die wir immer haben und deshalb oft als selbstverständlich hinnehmen. Und wir sollten uns Zeit nehmen. Zeit für uns selbst, für unsere Familie und Freunde. Aber auch Zeit für die Menschen die einfach mal ein offenes Ohr brauchen. Zuhören hilft ungemein, dass merke ich hier auf Arbeit so oft. Und wenn man merkt jemand hat ein Problem dann schaut bitte nicht weg, sondern bietet Hilfe an - sofern ihr das wollt und könnt. Schenkt nicht immer Geld, Gutscheine oder wer weiß was. Manchmal ist es ein viel größeres Geschenk wenn man sich mit jemanden unterhält oder gemeinsam etwas unternimmt.