Eigentlich freue ich mich nach meinem Urlaub immer wieder sehr auf die Arbeit. Doch am Sonntag fiel mir dann ein, dass ich ja mit der Chefin allein in der unteren Etage bin. Die Tagespflege ist seit 23.03.2020 geschlossen. Zum einen ist das ok, denn man hofft so das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Aber es ist auch sehr einsam und bedrückend. Wie oft war ich genervt von der Lautstärke den die Tagespflege verursacht (es gibt baulich nicht die Möglichkeit die Tür zu schließen). Wie oft habe ich mir an manchen Tagen einen ruhigen Raum gewünscht um in Ruhe arbeiten zu können. Und wie sehr vermisse ich jetzt nicht nur die Kollegen, sondern auch die Tagespflegegäste. Sie alle haben meinen Arbeitsalltag bereichert. Ich vermisse die Zeitungsschau, die erzgebirgischen Lieder und das Lachen der Pflegegäste und Mitarbeiter. Jetzt ist es hier oftmals ganz still. Und nicht nur hier ist es still. Überall ist eine gedrückte Stimmung wie als wartet man auf etwas und man weiß nicht wann es kommt. Vieles hat sich im Alltag verändert. Vor zwei Wochen noch habe ich mein Kind beim Bringen in den Kindergarten selbst die Winterjacke ausgezogen und die Schuhe getauscht, ihn zum Gruppenzimmer gebracht und mich dann verabschiedet. Heute klingele ich an der Tür, verabschiede mich und übergebe ihn der Erzieherin. Ich bin natürlich dankbar für die Notbetreuung - keine Frage, aber ich denke auch viel darüber nach was diese Coronakrise mit uns Menschen macht. Schon allein die Schulkinder die ihre Aufgaben zu Hause mit den Eltern erledigen, das ersetzt doch keinen Unterricht! Und will man dann nach der Krise einfach wieder zur Normalität übergehen? Wie als wäre nichts gewesen? Das kann ich mir nicht vorstellen! Jedes Kind hat doch zu Hause andere Dinge die das Erledigen der Aufgaben beeinflusst. Auch der Alltag auf Arbeit ist verändert. Eigentlich würden wir uns jetzt auf die Belegung im Sommer konzentrieren und vorbereiten, doch im Moment weiß ja niemand wann wir alle zur Normalität zurückkehren. Und so sind die Beschaffung von Desinfektionsmittel und Schutzkleidung für mich in den Vordergrund gerückt. Auch wenn der Erfolg hier eher gering ist. Und ich weiß auch das es Bereiche und auch einzelne Menschen gibt die schlimmer von der Krise betroffen sind als wir.  Ich hoffe einfach, dass die kommende Zeit schnell vorbei geht und wir alle sie gut überstehen. Ich freue mich auf jeden Fall schon heute ganz sehr auf den Tag wo unsere Tagespflege wieder mit Leben gefüllt wird.